Das passiert bei der Sanierung der Postgasse

Die «Grünste Gasse der Schweiz» in der unteren Altstadt wird ab Februar 2027 während rund zwei Jahren umfassend saniert.


Energie Wasser Bern (ewb) setzt beschädigte Wasserleitungen instand und nimmt Anpassungen am Elektro- und Gasnetz vor. Weil auch die städtische Mischabwasserleitung das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht hat, eine neue Brunnenleitung gebaut werden muss und die privaten Dachwasseranschlüsse erneuert werden, erfolgen die Arbeiten koordiniert.

Für die Arbeiten im Untergrund wird ein Grossteil der bestehenden Pflästerung entfernt und nach Abschluss der jeweiligen Etappe vorerst provisorisch wieder eingebaut.
Erst nach Abschluss der unterirdischen Sanierungsarbeiten wird über die gesamte Breite der Gasse eine Platte aus wasserdurchlässigem Spezialbeton eingebaut. Anschliessend wird die Pflästerung erneuert – teils mit bestehenden, teils mit neuen Steinen.

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Die Bauetappen im Detail

BernerRathausRathausgasseKramgasseJunkerngasseNydeggasseNydeggassePostgasshaldeBrunngasshaldeAntoniergässchenGerechtigkeitsgasseMani-Matter-StutzKreuzgassePostgasshaldePostgassePostgasse

Überblick

Der Bauperimeter erstreckt sich vom Nydeggstalden über die Postgasshalde und die Postgasse bis zum Berner Rathaus. Zum Projektgebiet gehören zudem der Mani-Matter-Stutz, der Rathausplatz, das Antoniergässchen sowie der Querungsbereich in der Postgasshalde.

Die Sanierung der Postgasse erfolgt in Etappen und umfasst zwei Hauptarbeiten: die Sanierung der unterirdischen Leitungen und die Erneuerung der Pflästerung. Die Sanierung der Leitungen wird jeweils zuerst auf der einen Seite der Gasse ausgeführt, dann auf der anderen Seite – so steht immer eine Gassenseite für die Zufahrt der Blaulichtorganisationen sowie die Baustellenlogistik zur Verfügung. Die Liegenschaften sind jederzeit zugänglich.

Die Sanierungsarbeiten im Detail

Erneuerung der Gas-, Wasser- und Stromleitungen

Energie Wasser Bern (ewb) ersetzt die Wasser-, Strom- und Gasleitungen und erneuert die Beleuchtung in der Gasse. Im Bereich zwischen dem Kronenbrunnen bis zur Liegenschaft Nydeggstalden Nr. 30 wird eine komplett neue Elektroanlage verbaut. Zusammen mit der Elektrotrasse wird ebenfalls eine neue Rohranlage für die öffentliche Beleuchtung erstellt. Dabei bleiben die aktuellen Leuchtpunkte bestehen, sie werden aber neu verkabelt. Zusätzlich baut Energie Wasser Bern das Kommunikationsnetz FTTH (Fiber to the Home). Dabei werden Glasfaserkabel direkt in die Liegenschaften gelegt.

Ersatz der Mischabwasserleitung

Aufgrund ihres schlechten Zustands wird die öffentliche Mischabwasserleitung (Kanalisation) im Abschnitt zwischen dem Rathausplatz und der Kreuzung Postgasse / Postgasshalde auf einer Länge von rund 275 Metern ersetzt. Gleichzeitig werden die Dachwasserschächte und Anschlussleitungen der privaten Liegenschaften erneuert und an die neue Mischabwasserleitung angeschlossen.

Bau einer neuen Brunnenleitung

Das Wasser aus den Brunnen wird künftig nicht mehr in die Mischabwasserleitung, sondern in eine Brunnenleitung geleitet. Diese wird im Rahmen der Gesamtsanierung neu erstellt und fasst das Wasser aller Brunnen aus der Rathaus- und Postgasse. Sie führt zum unteren Ende der Postgasse bei der Nydegghalde und wird dort an das Sauberwassersystem angeschlossen. Schliesslich wird das Wasser der Aare zugeführt.

Erneuerung der Pflästerung

Die Randbereiche der Pflästerung in der Postgasse sind heute uneinheitlich. Grosse Fugen, wechselnde Steinformate und Quergefälle von bis zu 10 Prozent erschweren die Nutzung für Velofahrende, blinde und sehbehinderte Menschen sowie Personen im Rollstuhl. Insgesamt entspricht die Oberfläche weder den Anforderungen der Velofachstellen noch jenen der Behindertenorganisationen.

Daher wird die Pflästerung neu* verlegt. Neben der erhöhten Anforderung an die Ebenheit wird auch das Mikroklima berücksichtigt. Wie in der benachbarten Rathausgasse werden die Steine ungebunden verlegt, was die Versickerung und Verdunstung von Regenwasser begünstigt. Auch das Antoniergässchen wird neu gepflästert.


* Teile der Pflästerung wurden von der Denkmalpflege der Stadt Bern als schützenswert eingestuft und werden daher erneut verwendet. Die neu verlegten Steine, sogenannten «Gubersteine», stammen aus dem Steinbruch in Alpnach (OW). Die in der Schweiz abgebauten und verarbeiteten Steine werden in der Altstadt seit jeher zur Pflästerung der Gassen verwendet. Der Guberstein entspricht in gestalterischer und qualitativer Hinsicht den Ansprüchen des UNESCO-Weltkulturguts «Altstadt Bern».

Aufwertung der Aufenthaltsmöglichkeiten

Anwohnende und Passant*innen profitieren künftig von mobilen Tischen und Stühlen sowie fest installierten Sitzbänken und Sitzplanken in den Arkaden. Die Brunnenbereiche werden von bestehenden Möblierungen und Bepflanzungen befreit. So wird die Aufenthaltsqualität erhöht und die Postgasse als grüne Begegnungs- und Flanierzone in der Berner Altstadt weiter gestärkt. Das aktuelle Verkehrsregime (Begegnungszone mit Tempo 20, Einbahnverkehr mit Velogegenverkehr) bleibt auch nach Beendigung der Bauarbeiten bestehen.